Förderpreis der Stiftung Deutsche Eisenbahn

 
Richtlinie für die Preisverleihungen

Förderaspekte und Förderverfahren

Die Stiftung Deutsche Eisenbahn versteht sich als fördernde Stiftung. Wir stellen Mittel für Projekte und Initiativen Dritter zur Verfügung, die in besonderer Weise zum Erhalt und Betrieb von historischen Bahnen beitragen. Dabei sollen in erster Linie abgeschlossene Projekte aus dem Bereich Infrastruktur Berücksichtigung finden, die von möglichst vielen historischen Bahnen genutzt werden können.

Fördergrundsätze

  Stiftungsvorstand Rainer Balzer beim_Vortrag Foto-Saarbourg
 
Stiftungsvorstand Rainer Balzer
berichtet über die Möglichkeiten
der Stiftung (Foto Daniel Saarbourg)
Die Stiftung fördert grundsätzlich nur Projekte von als steuerbegünstigt anerkannten Körperschaften im Sinne des Körperschaftssteuergesetzes durch Beschaffung und Bereitstellung von Mitteln (§ 58 der Abgabenordnung) bei der Verwirklichung von steuerbegünstigten Zwecken.

Der Name der Stiftung Deutsche Eisenbahn ist mit dem geförderten Projekt verbunden. Daher hinterfragen und prüfen bzw. bewerten wir intensiv den Nutzen eines Projektes im Sinne unserer Zielsetzung.
Aus Gründen der Transparenz soll die Förderung eines Projektes öffentlich bekannt werden. Unsere Förderungen sollen Nachahmer finden und damit Anderen als mögliches Beispiel dienen. Deshalb werden nur Projekte gefördert, die für die Öffentlichkeit gut auffindbar im Internet zu finden und beschrieben sind und sich der zu Fördernde vorab bereit erklärt, dass er die Veröffentlichungen für mindestens fünf Jahre nach der Preisverleihung auf seinen Internetseiten zugänglich hält und auf die Förderung durch die Stiftung Deutsche Eisenbahn hinweist. Die Stiftung Deutsche Eisenbahn muss berechtigt sein, auf ihren Internetseiten ebenfalls auf das zu fördernde Projekt hinzuweisen und einen link zum Projekt auf die Seiten des Förderungsempfängers zu legen. Das Förderobjekt ist in dieser Zeit im Rahmen der üblichen Öffnungszeiten des Geförderten öffentlich zugänglich zu machen und in einem ordentlichen Zustand zu halten.
 

Förderpreis der Stiftung Deutsche Eisenbahn
• Die SDE hat 2015 zu ihrem zehnjährigen Bestehen
erstmalig einen Stiftungspreis zur Auszeichnung besonderer
Leistungen für den Erhalt der Eisenbahngeschichte vergeben.
• Der Preis wird zukünftig alle zwei Jahre vergeben.
• Die Mittel für den Preis resultieren zum großen Teil aus Spenden und dem
Veranstaltungskalender Eisenbahn-Planer, der von der SDE betrieben wird.
• Alle Preisbewerber sollten auch ihre Termine im Eisenbahn-Planer veröffentlichen,
damit ihre Veranstaltungen von allen Interessenten und Besuchern der Stiftung leicht gefunden werden.
• Die Höhe der Stiftungspreise bestimmt sich aus den Erträgen der Stiftung und
wird alle zwei Jahre neu festgelegt.
• Der Preis kann an einen oder mehrere Preisträger vergeben werden.

Was ist preiswürdig
• Preiswürdig sind laut Satzung des SDE Leistungen, die prinzipiell
mehreren/allen Museumsbahnen mittelbar oder unmittelbar zu
Gute kommen, das können sein:
1. Infrastrukturprojekte, z.B. Wiedererichtung von Drehscheiben, Versorgungseinrichtungen, Unterstellmöglichkeiten
2. Die Darstellung von historischem Eisenbahnverkehr, z. B. im Rahmen einer Museumskonzeption
3. Dauerausstellungen zum Thema Eisenbahn- oder Industriegeschichte
• Die Leistung soll auf ihrem jeweiligen Gebiet beispielgebenden Charakter haben
• Fahrzeuge können mit dem Preis nicht ausgezeichnet werden

Stiftungsbotschafter Wolfgang Loeckel mit den Preistraegern Foto-Saarbourg  
Stiftungsbotschafter Wolfgang Löckel
mit den Preisträgern 2015
(Foto Daniel Saarbourg)
 

Voraussetzungen für den Preisträger
• Der Preisträger muss gemeinnützig im Sinne der Abgabenordnung sein
• Die auszuzeichnende Leistung soll von Dauer sein und muss auf Dauer der Öffentlichkeit zugänglich sein
• Die Leistung muss im Internet öffentlich zugänglich mit folgenden Angaben dokumentiert sein
– Begründung und Konzeption des Projekts
– Geschichtliche oder museale Einordnung
– Umsetzung und Finanzierung des Projekts
• Die SDE erhält das uneingeschränkte nicht ausschließliche Recht,
über die Preisvergabe und das ausgezeichnete Objekt im Rahmen
ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu berichten

Wie kann man Preisträger werden
• Jeder kann Vorschläge zur Vergabe des Preises einreichen
• Bewerbungen oder Vorschläge sind mit einer Begründung, warum
das vorgeschlagene Objekt preiswürdig ist, in elektronsicher Form
an die SDE zu richten
• Einreichungsschluss für ist jeweils der 31. Juli des Jahres der Preisverleihung
• Über die Preisträger entscheiden der Stiftungs- und Kuratoriumsvorstand gemeinsam
• Die Verleihung des Preises erfolgt i.d.R. auf der Herbsttagung des VDMT

Übrigens…
neben dem SDE-Stiftungspreis wird auch der Dieter-Junker-Preis von der SDE vergeben.


Förderpreis der Stiftung Deutsche Eisenbahn 2015

Die SDE wird aus ihren Mitteln zu ihrem zehnjährigen Bestehen dieses Jahr erstmalig einen Preis zur Auszeichnung besonderer Leistungen für den Erhalt von Eisenbahngeschichte vergeben.

• Der Stiftungspreis wird zukünftig alle zwei Jahre vergeben.
• Der Preis ist in diesem Jahr mit 4.500 € dotiert.

SDE Förderpreis 2015 geht den Hessencourrier e.V.

Laudatio vom Heimo Echensperger

Der Hessencourrier hat den Schwerpunkt seiner Arbeit auf den Erhalt und die Demonstration von Fahrzeugen der Kassel-Naumburger-Eisenbahn (KNE) und der hessischen Nebenbahnen gesetzt und kann mit seiner heutigen Sammlung die Fahrzeugentwicklung der ersten 60 Jahre des vergangenen Jahrhunderts in diesem Bereich nachzeichnen. In Verbindung mit der ebenfalls im Besitz des Vereins befindlichen KNE-Dampflok 206 kann ein original KNE-Personenzug gebildet werden.

Heimo_Echensperger beim verlesen der Laudatio Foto-Saarbourg   
Heimo Echensperger beim 
Verlesen der Laudatio
(Foto Daniel Saarbourg) 
 
Der technische und betriebliche Mittelpunkt der Vereinsarbeit war stets in Kassel-Wilhelmshöhe. Dort konnten zunächst nicht mehr benötigte Betriebsanlagen der KNE genutzt werden. Mit der Bahnreform kam es erfreulicher Weise wieder zu einem Aufschwung der regionalen Eisenbahnen im Personenverkehr. Für den Hessencourrier hatte dies allerdings zur Folge, dass das bisher benutze Betriebsgelände wieder von der KNE beansprucht wurde.

In dieser Situation gereichte es dem Hessencourrier zum Vorteil, sich mit seiner Arbeit und seinem Fahrtenangebot seit je in das regionale Leben integriert zu haben und so zu einem unverzichtbaren Bestandteil von Kassel und seinem Umland geworden zu sein. Auf dieser Basis erfuhr der Hessencourrier die nötige Unterstützung, um unweit seines bisherigen Domizils im Bereich eines an die KNE anschließenden, von der Bundeswehr aufgegebenen, Gleisanschlusses einen neuen Standort zu errichten, der 2007 bezogen werden konnte.

Bei der Errichtung der neuen Betriebsanlage widerstand der Hessencourrier der Versuchung, eine historisierende Bahnhofsanlage zu schaffen, die es so für die KNE in Kassel nie gegeben hat. Stattdessen wurden die vorhandenen personellen und finanziellen Mittel darauf konzentriert, eine Infrastruktur zu schaffen, welche das im Fahrzeugsektor erreichte nachhaltig unterstützt. So wurde eine kombinierte Bahnsteig- und Abstellhalle errichtet, die einerseits den verkehrlichen Bedürfnissen dient und es gleichzeitig erlaubt, zwischen den Betriebstagen fast alle Fahrzeuge witterungsgeschützt abzustellen. Dadurch wird der Erhalt der historischen Fahrzeuge wesentlich unterstützt und gleichzeitig das ehrenamtliche, zur Verfügung stehende Arbeitsvolumen nicht für wiederholte Konservierungsmaßnahmen verbraucht. Ein in die Halle integriertes Gebäude für die Logistik für den Service im Zug und mit Sozialräumen für den Verein erleichtert die Arbeit zusätzlich. Ein Stück unterhalb des Bahnhofs wurde eine mehrständige Werkstatthalle errichtet, die über eine Kranbahn über alle Gleise und eine Grube verfügt. Auch hier wurde der Vorzug einer modernen Ausgestaltung gegeben, die eine effiziente ehrenamtliche Arbeit unterstützt. Mit seiner zentralen Lage und der grundsätzlichen Bereitschaft der Unterstützung „durchreisender“ Museumsfahrzeuge geht der potentielle Nutzen noch über den Hessencourrier hinaus.

  Klaus Schulte beim Vortrag Foto-Saarbourg 
 
Klaus Schulte beim Vortrag
(Foto Daniel Saarbourg) 
In Anbetracht der Tatsache, dass ehrenamtliche Arbeit nur beschränkt verfügbar ist, muss es darauf ankommen, diese langfristig bestmöglich für den Hauptzweck – hier im Fall des Hessencourrier der Erhalt der Kleinbahnfahrzeuge und deren Betrieb –zu nutzen und möglichst wenig davon für Arbeiten zu verwenden, die keinen unmittelbaren Beitrag hierzu leisten und eventuell nur im Prinzip veränderlichen Umständen geschuldet sind. Die Stiftung Deutsche Eisenbahn ist der Ansicht, dass dies dem Hessencourrier mit seiner in Kassel-Wilhelmshöhe errichteten Betriebsanlage in beispielhafter Weise gelungen ist, diese Voraussetzung für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, weshalb er mit dem SDE-Förderpreis 2015 ausgezeichnet wird.

Weitere Informationen zum Projekt auf den Seiten des Hessencourier e.V.
 

letzte Änderung 20.10.16/rb, Seite erstellt 2015